Ausgewählte Texte

Ausgewählte Texte

Arbeitsproben als PDF-Datei finden sie auch hier.

Gnadenlos bis in den Tod? – Der preisgekrönte Artikel über die Lebensgeschichte eines Vergewaltigers, der im Gefängnis unheilbar an Krebs erkrankt. Er hat seine brutale Tat nie bereut, sagen Psychologen. Soll man ihn dennoch zum Sterben entlassen?
PDF (nur Text) + PDF (mit Fotos) + Preis-Link + Abendblatt-Link

Fünf toten Mädchen klagen an – Der 16. Januar 2012 ist ein Tag fast ohne Sonne. Gegen Abend rutscht die Temperatur erstmals seit Längerem wieder unter den Gefrierpunkt, um 18.50 Uhr beginnt auf Super RTL „Phineas und Ferb“, eine Kinder-Serie über zwei kluge Jungen aus gutem Hause. Und in Hamburg-Wilhelmsburg, in einer vermüllten Wohnung an der Fährstraße, stirbt um 18.56 Uhr die elfjährige Chantal an einer Methadon-Vergiftung. Chantal ist das fünfte Mädchen, das binnen weniger Jahre durch das Versagen der Hamburger Behörden zu Tode kommt.

Wie eine Spendenübergabe zur Nervenprobe wird – „Kommen Sie mit“, sagt der Dicke, und der Reporter schleppt den Koffer zwischen Reissäcken, Lastern und Soldaten in eine Halle, durch die Halle hindurch, in eine Nebenhalle und schließlich in ein Büro, in dem eine Klimaanlage rattert. „Sie sind der mit den Medikamenten“, sagt eine Frau mit spitzer Nase und blauem Kostüm. „Bin ich“, sagt der Reporter. Die Frau sieht die Papiere durch. „Haben Sie einen Pass?“ fragt die Frau. Der Reporter hat einen. „Wir machen eine Kopie davon“, sagt die Frau. Der Reporter nickt. Die Frau reicht den Pass einem Uniformierten. Der legt ihn auf einen Kopierer und drückt auf die Starttaste. Nichts passiert. „Der Kopierer geht nicht“, sagt der Uniformierte. „Komisch“, sagt die Spitznasige. „Gestern ging er noch.“ PDF: der ganze Text.

Was bei den Armen ankommt – Entwicklungshilfe macht oft mehr kaputt, als sie aufbaut. Beispiel? Nicaragua! Kaum ein Staat hat soviel Hilfen bekommen wie dieses Land in Mittelamerika. Ergebnis: Die Wirtschaft liegt am Boden, die Korruption ist Weltspitze. Eine Fallstudie. PDF (mit Fotos) + PDF (nur Text)

Colonia Dignidad – Ein Hamburger jagt Sektengründer Schäfer – Das Leben von Wolfgang Kneese kreist seit 40 Jahren um denselben Mittelpunkt. Es dreht sich um das, was der 54-Jährige „das Böse schlechthin“ nennt. Dieses Böses trägt ein menschliches Gesicht und einen urdeutschen Namen: Paul Schäfer. PDF (Text)

„Die Neonazis ziehen hier ihren Nachwuchs ran.“ – Der, den sie den „Ideologen“ nennen, kommt am frühen Nachmittag. Er wirft die Wagner-CD in die Anlage, dreht voll auf, legt sich auf die Drückbank und lässt sich vom Sozialarbeiter die Gewichte reichen. 60 Kilogramm Eisen und 80 Phon Lohengrin. Da kommt selbst der härteste Skinhead ins Schwitzen. PDF (Artikel und Folgeberichte)

Arved Fuchs oder die Inszenierung eines Abenteuers – Arved Fuchs ist zurück aus der Antarktis. Zurück von seiner „Shackleton 2000“-Reise, seinem x-ten Abenteuer. Und das ist zunächst einmal ein Medienereignis und hat mit Grenzerfahrung nichts zu tun, sondern mit belegten Brötchen, Kaffeebechern, bunten Pressemappen und der regelmäßigen Erwähnung von Sponsorennamen. PDF (nur Text)

Kristin Heyne – gelbe Rosen als letzter Gruß Die gerade zur Hamburger Grünen-Chefin gekürte Bundestagsabgeordnete ist an einer besiegt geglaubten Krebserkrankung gestorben. Sie wurde nur 49 Jahre alt. Ein Nachruf. (31.01.02) PDF (mittlere Auflösung, Fotos) oder Nur Text (besser lesbar).

Der Israeli, der nicht Deutscher werden darf – Nevo Ledermans Großmutter wurde von den Nazis ausgebürgert. Die Behörden sehen keine Möglichkeit, ihm den deutschen Pass zu geben – weil das alte Staatsangehörigkeitsrecht in Teilen bis heute gilt. (23.12.12)

Chaos ist, wenn einer bremst – „Alles fließt“, sprach einst Heraklit. Müsste der griechische Philosoph am modernen Straßenverkehr teilnehmen, würde er seine Theorie sicher noch einmal überdenken. Ein Blick auf Innenstädte und Autobahnen scheint eher Heraklits Intimfeind Parmenides Recht zu gebe: Alles steht. Forscher untersuchen nun das Phänomen Stau – mit Hilfe der Chaostheorie. PDF (Zeitungsdruck)

Ole von Beust: Abgang eines Unpolitischen – Flexibilität war seine Tugend: Ole von Beust koalierte erst mit dem Rechtspopulisten Schill, dann mit den Grünen. Inhalte waren da zweitrangig. Jetzt gibt er auf. (Porträt, Juli 2010)

Lieschen Müller goes Börse – An die Börse also. Als Laie. Keine Sorge, da ist man in bester Gesellschaft, heute, wo jeder Maurermeister, Realschullehrer und Lokalredakteur sein Sparschwein auf dem Banktresen entleert und schreit: „Optionen, Aktien, Fondsanteile. Siemens, Veba, Telekom!“ An der Börse nämlich vermehrt sich das Geld durch Zellteilung. PDF (Zeitungsdruck)

Mit schlechten Karten schlecht gespielt – Hamburgs CDU-Bürgermeister Christoph Ahlhaus hatte es nicht leicht. Ole von Beust hinterließ viel zerschlagenes Porzellan. Aber der Neue hat auch in kürzester Zeit zu viele Fehler gemacht. (Februar 2011)

Geld auf dem Kompost – Es ist gar nicht so schwierig, an das große Geld heranzukommen. Wenn man freundlich fragt, bekommt man ein paar Hunderttausend von der Landeszentralbank geschenkt – ordentlich verpackt, mit einem schwarzen Bundesadler auf der Banderole und in kleinen Scheinen. In sehr kleinen Scheinen allerdings. Um genau zu sein: in viel zu kleinen Scheinen. Leider. PDF (Zeitungsdruck)

Glossen & Skurriles

Eine Knarre für die Eins – Das erste Noten-Zeugnis meines Sohnes hat mir keine Sorgen bereitet. Was danach kam, schon.  (Hamburger Momente, WELT, 02.07.11)

Erst Bach, dann Krach – Jede Kindheit hat ihre eigenen Gesetze, in meiner begann der Ärger immer mit Bach. Erst die Brandenburgischen Konzerte zum Nutellabrötchen und dann: „Kinder, wir machen einen Spaziergang.“ (Hamburger Momente, WELT, 05.03.11)

Vuvuwiebitte? – Manchmal überschlagen sich die Ereignisse im Leben. Gestern wusste ich noch nicht, was das sein soll, und heute bin ich schon anderthalbseitig ertaubt durch eine Vuvuzela. (Hamburger Momente, WELT, 12.06.10)

Feuer machen! – Dass der Mensch es immer übertreiben muss. Ständig trinkt er über den Durst, futtert sich Bauchspeck an, und selbst beim Sparen kennt er kein Maß. Jetzt hat er sich mit all dem eine Eiszeit eingebrockt. (Hamburger Momente, WELT, 06.02.10)

Vader mistet aus – Lange habe ich gedacht, ich sei sicher. Jedenfalls in meiner Wohnung. Dann aber nahm die dunkle Seite der Macht Besitz von meinen Lokstedter Quadratmetern. (Hamburger Momente, WELT, 16.01.10)

Autos zum Schämen – Ich bin kein Schwabe in Berlin. Trotzdem aber ein Fremder in der Stadt. Schuld ist meine Frau. (Hamburger Momente, WELT, 05.01.13)

Adjuvanzien – Ich weiß, man soll keine Witze mit Namen machen, aber kürzlich saß ich neben einer Frau Kunststoff. Nach der Schweinegrippenimpfung war ich ein anderer. Oder besser: Gar nicht mehr vorhanden. (Hamburger Momente, WELT, 21.11.09)

Gewinnwarnung – Diese Stadt geht nicht gut um mit ihren Gewinnern. Ich zum Beispiel, der ich mich ohne Anmaßung zu dieser Kategorie zählen darf, ging jetzt mit einem Schock aus meinem Lokstedert Lottoladen hinaus. (Hamburger Momente, WELT, 25.09.09)

Sinn-IndexMitunter gehören Überraschungen zu den langweiligsten Dingen im Leben. Das trifft nicht nur auf mitternächtliche Geburtstagsgäste zu, sondern auch auf Indizes des Münchner Professors mit dem komischen Bart. (Hamburger Momente, WELT, 27.06.09)

Schlank mit Sahnetorte – Was Ihre Füße über Ihr Liebesleben verraten, wie man mit Hilfe von schwerem Gebäck abnimmt, warum Spechte keine Kopfschmerzen bekommen und wie Fische mittels Fürzen kommunizieren. (Hamburger Momente, WELT, 06.06.09)

Politiker lebt im Wald, Försteraußerhalb. Der CDU-Bürgerschaftsabgeordnete und Bundestagskandidat wohnt mitten im Niendorfer Gehege – im früheren Forsthaus. Der Förster muss deshalb in einer Wohnung außerhalb des Waldes leben. (WELT, 06.02.09)

Älteres

Warum es jetzt bei Boris piept – Früher waren Bumm-Bumms-Reden zwar weniger artikuliert, aber doch verständlicher. Da hat der Herr Becker sich geärgert, wenn der Ball im Netz war. Jetzt freut er sich, wenn er selber drin ist. (PDF)

Alles schön in Steilshoop. Findet jedenfalls Ortwin Runde – „Sie sind wohl beim Einkaufen?“, fragt er eine ältere Frau am Wursttresen. „Ja, Herr Bürgermeister, beim Einkaufen.“ Runde: „Na dann: Einen schönen Einkauf!“ (PDF)

Blasmusik in Vollendung – Zwei Lügen werden über „Ernst Mosch und seine Original Egerländer“ verbreitet. Die erste: Nach jedem Konzert spaziere der Meister mit seinen Männern über die lokale Rotlichtmeile. Die zweite: Mosch mache blöde Marschmusik. (PDF)

Eine Sammlung meiner Kolumnen über den alltäglichen Familien- und sonstigen Wahnsinn gibt es unter dem Titel “Schrei mich nicht an, ich bin ein Wunschkind” auch als eBook bei Amazon, und zwar hier.  Aktuelle Texte finden Sie in meinem Blog Meyer-Wellmanns Hamburg-Notizen.